Der Bruderkrieg

Als sich eine besonders große Horde von Kassitern unter Rondsza Ogan sich der Grenze Ṗraijians näherte, war es der Entschluss von Kaiser Jiohorə XVII., dieser persönlich entgegenzutreten. Er war bereits auf einem Feldzug, um eine separatistische Bewegung in einer nahen Provinz niederzuschlagen.

Die beiden Parteien hielten ein formelles Treffen ab und Ogan gab zu verstehen, dass er keine Invasion Ṗraijian gegenüber plante, sondern versuchte, seine Horde in neue Jagdgründe zu führen.
Als Kaiser Jiohorə Okans mächtige Horde mit eigenen Augen sah, war er sehr beeindruckt und gab ihm ein Angebot, nach dem er seine Horde in die fruchtbaren Länder im Süden führen könne, wenn er ihm fünf Jahre diene und hälfe, Ordnung in sein unruhiges Reich zu bringen. Als Belohnung versprach er ihm Waffen, Pferde und Geld.

Rondsza Ogan willigte freudig ein und die beiden Heere zogen in Ṗrestaran, der Hauptstadt des Reiches ein. Dort traf Ogan Jiohorəs Tochter Viathein und verliebte sich in sie. Als er bei Kaiser Jiohorə um ihre Hand anhielt, wies dieser ihn zunächst zurück. Als Ogan daraufhin damit drohte, sein Heer wieder abzuziehen, zeigte der Kaiser sich unbeeindruckt und es kam fast zum Bruch der beiden Herrscher. Als jedoch aus dem Westen Meldung von einer aufständigen Provinz kommt, willigt Jiohorə ein und das kassitische Heer wird ausgesandt, um die Ordnung innerhalb des Reiches wiederherzustellen.

Als Ogan von seinem erfolgreichen Feldzug wiederkehrte, wurden die kassitischen Reiter ebenso bejubelt wie gefürchtet. Im Land verbreitete sich schnell die Kunde von der neuen Garde des Kaisers, die schnell und wild wie Stürme, und so hartnäckig und blutrünstig wie Arenenhunde wären. Das Reich schien geeint: in den Provinzen fürchtete man die fremdländischen Krieger, doch begegnete man ihnen sowohl mit Furcht als auch Hass.

Eine Zeit der relativen Stabilität brach an, die jedoch vom Tod Jiohorəs XVII. beendet wurde. Sein älterster Sohn, Naraman VII., bestieg den Thron, war jedoch seit jeher kränklich und aufgrund eines Leidens kaum in der Lage, über das Reich zu regieren. Als sein Regent wurde sein Onkel Jioji ernannt, ein starker und erfahrener Krieger.

Als Kaiser Naraman eines plötzlichen Todes verstarb, beschuldigten sich Jioji und Jiomin, der jüngste von Naramans Halbbrüdern gegenseitig, ihn ermordet zu haben, und versuchten, die Macht in Ṗrestaran an sich zu reißen.
Jioji, welcher die Garnison der Stadt sowie die kassitischen Reiter auf seiner Seite hatte, behauptete die Kaiserfeste für sich, Jiomin gelang es jedoch, zu fliehen. Sowohl er als auch sein älterer Bruder Jiaihorə riefen sich selbst zum Kaiser aus.

Zusammen mit den Kassitern ritt Jioji aus, um zunächst Jiomin die Stirn zu bieten. Die Schlacht schien gewonnen, doch wurde Kaiser Jioji von einem Pfeil getroffen und erlag trotz medizinischer Verorgung kurz nach dem Rückzug des Feindes seiner Wunde. Ogan ersuchte nach der Schlacht Verhandlungen mit Jiomin, jedoch war dieser von der Niederlage gekränkt, und lehnte Verhandlungen mit den Kassitern ab.

Stattdessen kam es zu einer Übereinkunft zwischen Ogan und Jiomins Bruder Jiaihorə, nach der die Kassiter ab sofort für Jiaihorə kämpfen würden.

Kurz nach der Besiegelung des Paktes nahm Jiomin jedoch die Hauptstadt ein und krönte sich offiziell zum Kaiser. Jiaihorə eilte mit seiner Armee hinterher, und kurznach der Überquerung des Großen Flusses stellte sich ihm Jiomin gegenüber. Es kam zur Schlacht, die zunächst ausgeglichen schien, bis die Kassiter unter Rondsza Ogan eintrafen. Jiaihorə erlangte die Oberhand und erschlug seinen Bruder. Während er sich zur Krönung in die Hauptstadt begab, rieben die kassitischen Truppen die Reste von Jiomins Heer auf.

Das Reich war wieder geeint, doch als die siegreichen Kassiter in die Hauptstadt einkehren wollten, wurde ihnen der Eintritt verwehrt, einzig Ogan und seine Leibgarde fanden Zugang. Als dieser eine Audienz beim Kaiser erhielt, erteilte ihm der Kaiser eine harte Absage: Jiaihorə wolle seine fremdländische Armee im Reich nicht länger tolerieren, Ogan solle sie auf dem schnellsten Weg aus dem Reich führen. Eine Belohnung solle es nicht geben, ebensowenig die Heirat zwischen Viathei und ihm.

Erzürnt verlies Ogan den Palast und schickte Tang, seine rechte Hand aus der Stadt, während er vorgab, noch einen Gang über den Markt übernehmen zu wollen. Als sie dann auf dem Weg aus der Stadt am Tor vorbeikamen, überwältigten sie die Wachen und öffneten die Pforten. Das kassitische Heer, vorbereitet, fiel sofort in die Stadt ein. Während Ṗrestaran geplündert wurde, rückte Ogan in die Kaiserfeste ein, tötete Jiaihorə und entführte Viathei.

Die Horde ritt gen Osten und wurde nie wieder in Ṗraijian gesehen.

Der Bruderkrieg

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